Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
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eine künſtliche Mehlſpeiſe zu wagen, dazu fehlten ihr aber in dieſem unglücklichen Lande die wichtigſten Subſtanzen; ſie dachte daran, einige Hühner aus dem Wirthſchaftshofe zu ſchlachten, dagegen aber empörte ſich Suska, eine kleine Polin, die Vertraute Lenorens, ſie vergoß Thränen über den entſchloſſenen Charakter der Köchin und drohte das Fräulein zu rufen; bis die Köchin zur Beſinnung kam und einen barfüßigen Jungen in der größten Eile nach der Förſterei ſchickte, um von dort etwas Außergewöhnliches zu erlangen. Gegen Spinneweben und Staub wurde ein ſchneller Streifzug angeſtellt, und ein Zimmer neben Anton eingerichtet. Der kleine Divan Lenorens, der Sammt⸗ ſtuhl und Teppich ihrer Mutter wurden hineingetragen, um die Familie repräſentiren zu helfen.

Fink ahnte wenig von der Unruhe, welche ſeine Ankunft im Schloſſe verurſachte, er zog neben Anton über die Felder in einer heitern Stimmung, wie er ſie lange nicht empfunden hatte. Er erzählte von ſeinen Erlebniſſen, von den raffinir⸗ ten Geldgeſchäften, und von dem rieſigen Wachsthum der neuen Welt. Und Anton hörte mit Freude, daß aus den Scherzen des Freundes eine tiefe Empörung über die Schlech⸗ tigkeit, die er erlebt hatte, hervorbrach.Es iſt ein mäch⸗ tiges Leben dort, ſagte er,aber ich habe in dem Gewühl erſt recht deutlich empfunden, daß Ihr hier auch etwas werth. ſeid. So kamen ſie in das Schloß zurück, ſie wechſelten ihre Toilette, Anton warf einen erſtaunten Blick auf die Einrichtung des Gaſtzimmers, bald wurden ſie durch den Bedienten zur Baronin hinübergeladen. Jetzt, wo die Sorge der Einrichtung überſtanden war und die Lampen ihren