Teil eines Werkes 
3. Bd. (1855)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

9

27

ſind, ihr zuſammengebrachtes Land als eine Domaine ihres Schwertes zu betrachten. Wer mag ſagen, wann der Kampf zwiſchen ihnen und uns beendigt ſein wird, lange vielleicht werden wir den häßlichen Erſcheinungen fluchen, welche dieſer Streit hervorruft. Wie er aber auch enden mag, da⸗ von bin ich überzeugt, wie von dem Lichte dieſes Tages, der Staat, den ſie geſchaffen, wird nicht wieder in die Trümmer zerſchlagen werden, aus denen er herausgewachſen. Wenn du gelebt hätteſt, wie ich in den letzten Jahren, in verſchie⸗ dener Thätigkeit, viel unter den kleinen Leuten, du würdeſt mir glauben. Noch ſind wir als Volk arm, noch iſt unſere Kraft ſchwach, aber wir arbeiten uns herauf, mit jedem Jahr wächſt mit unſerer Arbeit Intelligenz, Wohlſtand und das Gefühl, daß Einer zum Andern gehört. Und in dieſem Au⸗ genblick fühlen wir in dem Grenzlande uns zu einander wie Brüder. Wenn die weiter drinnen ärgerlich mit einander ſtreiten, wir ſind einig, und unſer Kampf iſt rein.

Wohlan, ſagte Fink Beifall nickend,das war ge⸗ ſprochen, wie ein Deutſcher immer ſprechen wird. Je dürrer die Zeit, deſto grüner die Hoffnung. Aus Allem ſehe ich, Maſter Wohlfart, du haſt keine Luſt, jetzt mit mir zu gehen.

Ich darf nicht, antwortete Anton bewegt;du zürne mir deßhalb nicht.

Höre, lachte Fink,wir haben ſeit unſerer Trennung die Rollen getauſcht. Als ich vor Jahren von dir fortging, war ich wie ein Gaul in der Wüſte, der eine OQuelle riecht, ich hoffte aus dem langweiligen Leben bei Euch herauszukommen in fröhliches Grün, und was ich fand, war ein garſtiger