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zipal und frug dieſen:„Sind Sie der Meinung, daß ich gu thue, wenn ich gehe?“— „Nicht ganz, lieber Wohlfart,“ erwiederte der Kauf⸗ mann ernſt. „Dann bleibe ich,“ ſagte Anton entſchloſſen.„Zürne mmir nicht, daß ich dir nicht folge, ich bin eine Waiſe und habe 85 jetzt keine andere Heimath als dies Haus und dies Geſchäft; ich will, wenn Herr Schröter mich behalten will, bei ihm bleiben.“ 4 Durch dieſe Worte faſt gerührt, ſagte der Kaufmann: „Denken Sie aber auch daran, daß Sie mit dieſem Ent⸗ ſchluß Vieles aufgeben. In meinem Comtoir können Sie weder ein reicher Mann werden, noch das Leben in großen Verhältniſſen kennen lernen; unſer Geſchäft iſt begrenzt, und es werden wohl die Tage kommen, wo die Beſchränkung deſſelben auch Ihnen peinlich erſcheinen wird. Alles, was eine Selbſtſtändigkeit Ihrer Zukunft ſichert, Vermögen und Bekanntſchaften, vermögen Sie drüben leichter zu erwerben,
als bei mir.“. „Mein guter Vater hat mir oft geſagt: Bleibe im Lande und nähre dich redlich. Ich will nach ſeinen Worten leben,“ antwortete Anton mit einer Stimme, die vor innerer Be⸗ wegung leiſe klang. „Er iſt und bleibt ein Philiſter,“ rief Fink in einer
Art von Verzweiflung.*
„Ich glaube, daß dieſer Bürgerſinn eine ſehr reſpeetable Grundlage für das Glück des Mannes iſt,“ ſprach der Kauf⸗ 3 mann, und die Sache war abgemacht. Fink ſprach nicht weiter über den Vorſchlag,
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