Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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vertrauen, wo wir lieben, iſt es nicht ſchwer, antwortete die

Baronin, ſich aus dem Arm Lenorens aufrichtend. Und doch ſind deine Augen feucht und du verbirgſt mir deine Sorge, ſprach die Tochter.Wenn du ſchweigen willſt, ich werde es nicht thun, ich werde den Vater fragen. Das wirſt du nicht, ſagte die Baronin in beſtimm⸗ tem Ton. 4 Der Vater! rief Lenore,ich höre ſeinen Tritt. Die ſtattliche Geſtalt des Freiherrn kam mit ſchnellen Schrit⸗ ten auf die Laube zu.Guten Abend, ihr Heimchen, rief er ſchon von Weitem mit heller Stimme. Er ſchloß Frau und Tochter zugleich in ſeine Arme und ſah ihnen ſo fröhlich in die Augen, daß die Baronin ihren Schmerz, und Lenore die Frage vergaß.Es iſt hübſch, daß du ſo früh zurück⸗ kommſt, ſagte die Hausfrau mit heiterem Lächeln,Lenore wollte dich heut Abend durchaus neben uns ſehen. Der Abend war ſo ſchön. Der Freiherr ſetzte ſich zwiſchen die Frauen und frug be⸗ haglich:Kinder, bemerkt Ihr keine Veränderung an mir? Du biſt heiter, ſagte die Baronin ihm ins Auge ſe⸗ hend,ſonſt wie immer. 3 Du haſt deine Uniform angehabt und Beſuche gemacht, ſagte Lenore,ich ſehe es an der weißen Cravatte. Ihr habt Beide Recht, antwortete der Baron,aber ich bringe doch noch etwas: der König hat die Huld gehabt, mir den Orden zu verleihen, den der Vater und Großvater getragen haben; es freut mich, daß das Kreuz in unſerer Fa⸗ milie faſt erblich wird. Und mit dem Orden kam ein gnä⸗ diges Schreiben des Prinzen, worin er mir Glück wünſcht 26*