Teil eines Werkes 
1. Bd. (1855)
Entstehung
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Stube ſcholl die Stimme des Hausherrn:„Warten ſoll er!“ und das Geklirr von Tellern verrieth, daß der Geſchäfts⸗ mann erſt das Familienglück des Abendeſſens genießen wollte, bevor er dem zukünftigen Millionär Audienz gab. Die auf⸗ wartende Perſon warf mit mißtrauiſchen Blicken auf den Ankömmling die Thür wieder zu und ſperrte ihn aus. Veitel ſetzte ſich auf die Treppe und ſah mit ſtarrem Blick auf das Meſſingſchild und die weiße Thür, bewun⸗ derte die abgeſchrägten Ecken der Meſſingplatte und ver⸗ ſuchte ſich vorzuſtellen, wie der Name Itzig auf einer eben ſolchen Platte an einer ähnlichen weißen Thüre ausſehen würde. Darauf kam er auf gradem Wege zu der Betrach⸗ tung, wie viel ihm noch fehle, um ſo reich zu ſein, wie Hirſch Ehrenthal, er fühlte nach einem halben Dutzend Ducaten, welche ihm ſeine alte Mutter mit einem Lederfleck in das Futter ſeiner Weſte eingenäht hatte, und überlegte, wie viel

er alle Tage dazu ſparen könnte, vorausgeſetzt, daß ihm der reiche Mann Gelegenheit ließe, etwas zu verdienen. Er war

tief in Betrachtungen verſunken über den Werth von zwei Phantaſieſtiefeln, welche er ſich auf den Beinen eines jungen Elegants vorſtellte, und welche nach ſeiner Annahme den

dreifachen Werth des Viergroſchenſtücks haben mußten, das

er dem eleganten Herrn dafür bieten wollte; da wurde die

Entreethüre mit ſtarker Hand aufgemacht, und Herr Ehren⸗ thal ſtand vor dem armen Bocher. Das war nicht mehr

der Mann von heut Nachmittag, die anſchmiegende Freund⸗

lichkeit war verſchwunden, wie der Duft einer Roſe am Ende

des heißen Tages, er war ganz Majeſtät, Selbſtgefühl, Des⸗

potismus; kein aſtatiſcher Kaiſer kann ſo ſtolz auf die

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