3.
Der Freiherr von Rothſattel gehörte zu den wenigen Menſchen, welche nicht nur von aller Welt glücklich geprieſen werden, ſondern auch ſich ſelbſt für glücklich halten. Er ſtammte aus einem ſehr alten Hauſe. Ein Rothſattel war ſchon in den Kreuzzügen nach dem Morgenlande geritten. Wenigſtens wurde in der Familie ein Rococo⸗Flacon von buntem Glas alsorientaliſches Fläſchchen aufbewahrt, ein Be⸗ weis für die Exiſtenz des Ahnhern und zur Erinnerung an die ſchöne Zeit der Kreuzzüge. Ein anderer Rothſattel hatte einen Haufen Bergleute gegen die Huſſiten geführt und war mit dem ganzen Haufen zu ſeiner und des Herrn Chre er⸗ ſchlagen worden. Wieder einer war Fähnrich in dem Heere des Moritz von Sachſen geweſen, er galt für den Stifter der Linie Rothſattel⸗Steigebügel, und ſein kriegerifches Bild⸗ niß hing noch im Thurmzimmer des Schloſſes. Ein anderer
und auf eigene Fauſt gerührt; die Familienſage meldete von
ihm, er ſei ein ſehr dicker Herr und ein großer Trinker ge⸗
weſen, von kräftiger Suade und etwas freien Sitten. Er war als Erſter des Geſchlechtes in die Gegend gekommen, in welcher dieſe Erzählung verlaufen ſoll, und hatte eine Anzahl Landgüter auf irgend eine Weiſe in Beſitz genommen. Unter den Kinderfrauen der Familie beſtand ſeit alter Zeit di


