Teil eines Werkes 
3. Th. (1864)
Entstehung
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— 9— ſei und auf ſeinem Tiſch einen Brief an Herrn Hahn zurückgelaſſen habe. Hahn las den Brief und brach an ſeinem Pult in jähem Schreck zuſammen. Er hatte ſeinem Geſchäft ſtets als treuer Arbeiter vorgeſtanden, mit geringen Mitteln hatte er begonnen, durch eigene Kraft war er zum wohlhabenden Manne geworden; aber er hatte in Geldgeſchäften ſeinem gewandten Commis mehr überlaſſen, als vorſichtig war. Der Mann war unter ſeinen Augen aufgewachſen, hatte durch ge⸗ ſchmeidigen Dienſteifer allmälig ſein volles Vertrauen gewonnen und war vor Kurzem mit dem Recht ver⸗

ſehen worden, den Namen der Firma unter geſchäft⸗

liche Verpflichtungen zu ſetzen. Der neue Procuriſt war den Verſuchungen einer aufgeregten Zeit unter⸗ legen, er hatte hinter dem Rücken ſeines Prinzipals wilde Speculationen gewagt. In dem Briefe legte er ein offenes Geſtändniß ab. Für ſeine Flucht hatte er eine kleine Summe veruntreut, ſeine Verluſte aber hatte Herr Hahn am nächſten Tage mit ungefähr zwanzig⸗ tauſend Thalern zu decken. Der Blitzſtrahl fuhr aus heiterm Himmel in das friedliche Leben eines Bürger⸗ hauſes. Herr Hahn ſandte nach ſeinem Sohn, der Doctor eilte zur Polizei, zum Rechtsanwalt, zu Geſchäfts⸗ freunden, und immer wieder nach dem Comtoir zurück, den Vater zu tröſten, der wie gelähmt vor ſeinem Pulte ſaß und der Zukunft faſſungslos entgegenſah.

Der Mittag kam, wo Herr Hahn ſeiner Frau das Unglück mittheilen mußte, und der Jammer erhob ſich