5.
Hummels Triumph.
Es wurde ſchwül in der Natur und unter den ge⸗ ſchäftigen Menſchen. Der Barometer fiel plötzlich, Ge⸗ witter und Hagelſchauer fuhren über das Land; das Vertrauen ſchwand, die Aktien wurden werthloſes Pa⸗ pier, dem Uebermuth folgte Jammer, auf den Straßen ſtand Waſſer, die Strohhüte verſchwanden wie vom Sturm zerweht.
Wer in dieſer wechſelvollen Zeit die Gemüthlichkeit des Herrn Hummel beobachten wollte, der mußte die Nachmittagsſtunde vor drei Uhr wählen, wo er ſeine Gartenthür öffnete und ſich an den Zaun ſetzte. In dieſer Stunde gab er wohlwollenden Gedanken Audienz, er hörte auf den Schlag der Stadtuhr und regulirte die eigene, las etwas im Tageblatt, zählte die regelmäßi⸗ gen Spaziergänger, welche alltäglich zu derſelben Stunde in den Wald und wieder zur Stadt zogen, und hielt darauf, die Bekannten anzureden und ihren Gruß zu empfangen. Dieſe Bekannten waren meiſt Hausbeſitzer, ſtarke Köpfe, auch Mitglieder der Stadtverordneten und des Raths.
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