Teil eines Werkes 
2. Th. (1864)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

— 1723—

„Bei den Eltern bin ich leider ein ſchlechter Für⸗ ſprecher,“ ſagte der Prinz theilnehmend,„das Geſchlecht der Väter gönnt mir wenig Zutrauen. Wenn's aber gilt, einem Mädchen in's Gewiſſen zu reden, dann ru— fen Sie mich.“

„Ich danke für den guten Willen, Hoheit, mir iſt nicht zu helfen. Das muß hinunter gearbeitet werden.“ Er wandte ſich wieder ab.“

„Pfui, Kamerad, haben Sie den Soldatenſpruch vergeſſen: Alle gern haben, Eine lieben, ſich um Keine grämen? Wird ja einmal das Herz ſchwer, ſo muß man nicht allein umherlaufen, wie Sie thun. In Er⸗ mangelung eines andern Gefährten nehmen Sie vor⸗ läufig mit mir vorlieb.“.

„Das iſt zu viel Ehre,“ ſagte der arme Gabriel, nach der Mitze greifend.

Der Prinz hatte ihn während dieſer Reden von dem offenen Wege abgeführt in ein dichtes Gebüſch, er ſetzte ſich jetzt auf die Wurzel eines alten Baumes und wies mit einer Handbewegung Gabriel an den nächſten Stamm.

„Hier liegen wir im Verſteck, Sie ſehen dort hi⸗ naus, ich hier auf den Weg, daß uns Niemand über⸗ raſcht. Wie gefällt Ihnen Ihr Quartier? Haben Sie gute Bekannte gefunden?“

„Ich meine, es iſt klug, hier Niemandem zu trauen,“ antwortete Gabriel vorſichtig.

„Nun,“ verſetzte der Prinz,„ich bin nicht von hier,