Teil eines Werkes 
2. Th. (1864)
Entstehung
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ihren Platz, als ſei er gar nicht vorhanden. Mit Mühe fand er Raum an ihrer Seite, ſie nickte noch einmal über ihn weg nach der Treppe, auf welcher jetzt Herr Hummel ſtand, der heut viel aufgeräumter ausſah als ſein Kind. Schwerfällig trabten die Roſſe vorwärts, die bleiche Laura ſah weder nach rechts noch links. Es iſt ihr erſtes Pathenamt, dachte der Doctor, iſt das feierliche Stimmung? Oder iſt es Reue über das bunte Tuch? Er ſah nach ihren Händen, die Handſchuhe, die er ihr geſandt, waren nicht darauf zu ſehen. Habe ich gegen die Mode geſündigt? dachte er wieder, oder waren ſie zu groß für die kleine Hand?

Er ſchweigt, dachte ſie, das iſt ſein böſes Ge⸗ wiſſen, er denkt an die Katzenkrallen, und für mein Taſchentuch hat er kein Wort des Dankes. Ich habe mich doch ſehr in ihm geirrt. Und die Betrachtung wurde ihr ſo wehmüthig, daß ihr wieder eine Thräne in die Augen ſtieg, ſie aber preßte heftig die Lippen an⸗

einander, drückte ſich ſelbſt den Daumen der rechten Hand und zählté in der Stille von eins bis zehn, ein altes Mittel, das ihr ſchon früher heftige Gefühle ge⸗ bändigt hatte. So kann das nicht bleiben, dachte der Doctor, ich muß ſie anreden.„Sie haben die Handſchuhe, die ich Ihnen zu ſenden wagte, nicht brauchen können,“ 1 begann er beſcheiden,„ich häbs gewiß recht ungeſchickt gewählt.“ 4 4 Das war zu viel. daua wandte den Kopf mit