des Profeſſors ſpazierte. Herr Hummel war ein breit⸗ ſchultriger Mann mit einem großen Kopfe und eigen⸗ ſinnigem Geſicht, wohlhäbig und gut erhalten, von ehr⸗ barem und altfränkiſchem Anſtrich. Er rauchte aus einer langen Pfeife mit einer ſehr dicken Spitze, an welcher eine Reihe kleiner Kirchthurmsknöpfe hinter einander ſtand.
„Ein ſchöner Abend, Gabriel,“ begann Herr Hum⸗ mel,„ein gutes Jahr, das wird eine Ernte.“ Er ſtieß den Diener vertraulich an:„Da oben hat's heut etwas gegeben, das Fenſter ſtand offen. Nicht daß ich hor⸗ chen wollte, aber ich mußte ſo Manches vernehmen, Gabriel!“ ſchloß er bedeutſam und bewegte mißbilligend ſeinen Hausbeſitzerkopf.
„Er hat wieder das Fenſter aufgemacht,“ verſetzte Gabriel ausweichend.„Die Fledermaus und die Motte werden bei der freien Ausſicht zudringlich, und wenn er mit dem Doctor discurrirt, ſind beide manchmal ſo laut, daß die Leute auf der Straße ſtehen bleiben und zu⸗ hören.“
„Verſchluß iſt immer gut,“ beſtätigte Herr Hummel. „Was hat's denn eigentlich gegeben? Der Doctor iſt der Sohn von da drüben und Sie kennen meine Mei⸗ nung, Gabriel, ich traue nicht. Ich will niemandem zu
nahe treten, aber was von jenem Hauſe kommt, darüber habe ich ſo meine Anſichten.“
„Worüber es ging?“ antwortete Gabriel,„ich hab's nicht gehört, aber das kann ich Ihnen genau ſagen, es ging über die alten Römer. Sehen Sie, Herr Hummel,


