ſcheinlichkeit, daß die Handſchrift bis zur Gegenwart er⸗ halten iſt,“ warf der Doctor ein,„ſelbſt wenn man für jedes Jahrhundert eine gleiche Zahl von Angriffen auf das Beſtehende annimmt. Aber die Zahl der Menſchen, 4 welche das Merkwürdige eines ſolchen Fundes ahnen,
iſt ſeit jenem Kriege ſo groß geworden, daß wenig⸗
ſtens eine Zerſtörung durch rohe Unwiſſenheit faſt
undenkbar wird.“
„Wir dürfen darin auch dem Wiſſen der Gegen⸗ wart nicht zu viel vertrauen,“ warf der Profeſſor ein. „Wenn es aber wäre,“ fuhr er auf, und ſeine Augen ſtrahlten,„wenn uns die Kaiſergeſchichte des erſten Jahrhunderts„ wie ſie Tacitus geſchrieben, durch ein günſtiges Geſchick zurückgegeben würde, es wäre ein Ge⸗ ſchenk, ſo groß, daß der Gedanke an die Möglichkeit einen ehrlichen Mann wohl berauſchen darf, wie römi⸗ ſcher Wein.“.
1„Unſchätzbar,“ beſtätigte der Doctor,„für unſre eeoe der Sprache, für hundert Einzelheiten römi⸗ ſcher Geſchichte.“
ür die älteſte Geſchichte deiner Germanen,“ rief der Profeſſor. 6 1 4
Und Beide maßen wieder mit ſchnellen Schritten die Stube, ſchüttelten einander die Hände, und ſahen einer den andern fröhlich an.
„Und wenn ein günſtiger Zufall auf dieſer Spur zu der Handſchrift leitete,“ begann Fritz,„wenn ſie durch
frich d dem Tageslicht zurückgegeben würde, du, mein
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Handſchrift. I. 2


