Teil eines Werkes 
4. Bd. (1875)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

3

**

201

mittelte Adele, ohne daß er es merkte, dieſen Ueber⸗

gang ſeiner Stimmung aus der Trübe zur Helligkeit,

aus der unthätigen Selbſtquälerei zur freudigen Wirk⸗ ſamkeit. Vermochte ſie ihn auch nicht zu ihrem in ſich und mit der Welt beglückten Optimismus zu bekehren, ſo lehrte ſie ihn doch wieder den Werth des Daſeins ſchätzen. In ſchöner, blühender Geſtalt ſtand die Hoffnung an ihrer Seite: Clara, die unter dem milden und läuternden Einfluß Adelens ſich zu edler und ſanfter Weiblichkeit entwickelt hatte. Was in ihrem Verhältniß zu Bruno noch plötzlich und heftig geweſen, wie der Sprung aus einem Aeußerſten in ein anderes, glich die Anweſenheit und der Verkehr des Freundes und der Freundin aus. Feſter als je wuchſen die Herzen, die ſich unter einem günſtigen Stern nach her⸗ ber Trennung unerwartet wiedergefunden hatten, in⸗ einander.

Nach dem Begräbniß zerſtreute ſich die Menge, die der Markt mit ſeinen Vergnügungen und ſeinem Handel herbeigezogen und die wider Willen und Er⸗ warten Zeugen eines ergreifenden Schauſpiels geworden; Clara kehrte mit Adelen in das Gärtnerhaus am Ein⸗ gang des Parks zurück.

Auf dem Schloſſe blieben Benno und Fritz als Gäſte; Schmettow war, nachdem er die drei Handvoll