Teil eines Werkes 
4. Bd. (1875)
Entstehung
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Achtlos gegen die Gefahr, ſtürzte er in vollem Lauf den ſteilen Abhang hinunter.

Mit zerſchmettertem Haupt, an dem Stein, der geſtern zur ſelben Stunde wie mit Blut bedeckt Bruno entgegengeblickt, lag Ellen. Vielleicht hatte der Sturz, ſchon ehe ihr Haupt den Stein berührt, ſie getödtet.

Sie fühlte es nicht mehr, daß Schmettow ihre Hände mit ſeinen Küſſen bedeckte, ſie hörte das Seuf⸗ zen und die Klagen von Timotheus nicht mehr; aber ſie ſah auch nicht mehr, wie Clara vor dem traurig ſchreck⸗ lichen Anblick laut ſchluchzend an Bruno's Bruſt ſank. Grauſam entſtellt war ihr ſo edles Antlitz, blutig, be⸗ ſtaubt ihr goldenes Haar ihre Seele jedoch war ruhig und ſtill, kein Dämon hatte mehr Macht über ſie, und diejenigen, die ſchmerzzerriſſen ſie umſtanden, das ſchöne, nun für immer zerſtörte Bild, wußten die dunkle Frage nicht zu löſen, die ſich ihnen aufdrängte: hatte Gott oder hatte die Liebe ſie getödtet?

Wie erſchüttert aber auch ihre Gemüther von die⸗ ſem unbarmherzigen und furchtbaren Schickſal waren,

zulänglichkeit des Irdiſchen aufforderte, zu laut, zu

dringend wurde ihre Thätigkeit, ihre Arbeit von den Frenzel, Silvia. IV. 13

wie mächtig auch das Räthſel des Lebens ſie zu der ſchwermüthigen Betrachtung der Allnichtigkeit und Un⸗

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