wenn die beiden Stillvergnügten jetzt oben in Timo⸗ theus' Büßerzelle ihre lauwarmen Betheuerungen—“
„Wo? Wo iſt Bruno?“ ſchrie ſie auf und Leben und Farbe kehrten in ihre bleichen Wangen, ihre faſt erloſchenen Augen zurück.
Ihr Anblick erſchütterte ihn.
„Drüben im Walde. Als der Tumult ausbrach, iſt er mit Clara den Berg hinaufgegangen.“
„O Allbarmherziger! Und Timotheus...“
„Er kann ihnen oben auf der Kuppe im Abend⸗ roth ſeinen Segen ſpenden; da thäte er doch endlich etwas Vernünftiges.“
„Weh mir, ich bin ſeine Mörderin!“
Und ſie ſtürzte auf die Kniee und rang die Hände verzweifelnd gegen den Himmel.
Die gleichmäßige, friedliche, ſommerliche Bläue war geſchwunden; in allen Farbenſchattirungen ſchim⸗ merten im Abendglanz die Wolken. Der Wind wehte ſtärker und trieb ſie hin und her. Auf den Berghöhen im Weſten ballte ſich eine dunklere Schicht, von einem purpurnen Streifen grell durchſchnitten, immer dichter zuſammen.
„Rette Du ihn, Gott, und nimm mich hin!“ rief Ellen und ſprang empor.
„Silvia, was thun Sie!“


