Teil eines Werkes 
4. Bd. (1875)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

178

eigenen Ichs, das Wühlen in der eigenen Wunde hörte auf. Wie iſt das Feuer nur entſtanden? Hat es ſich weit verbreitet? Was thut er jetzt? Alle werden ſeinen Muth und ſeine Unerſchrockenheit bewundern. Dieſe Fragen drängten ſich in ihrer Seele.

Nach der Hitze des Tages wehte die Abendkühle ſtärkend und erfriſchend um ihre Schläfen. Wie dun⸗ kel und traurig auch die Zukunft vor ihr lag, etwas wie eine unbeſtimmte Hoffnung dämmerte in ihr auf. Oder war es nur die Befreiung von dem Druck, den der Windhauch und die friſche, duftige Luft des Gar⸗ tens ihr vom Haupte nahmen? Auf der Bank hinter dem Steintiſch ſaß ſie und hatte das blaue Tuch, um ſich gegen den Wind, der ſie zuweilen ſtärker traf, zu ſchützen, wie eine Kapuze halb über den Kopf gezogen. Mit der Spitze ihres Sonnenſchirms malte ſie lang⸗ ſam Buchſtaben in den Sand, um ſie ſchnell mit einem Strich wieder zu verwiſchen, wenn ſie ſich zu einem Namen zuſammenzufügen ſchienen.

So bemerkte ſie den Mann nicht, der ſie ſchon eine Weile, auf der oberſten Stufe der Treppe ſtehend, die von dem Hauſe in den Garten hinabführte, betrach⸗ tete. Erſt als er ſich näherte und der Kiesſand unter ſeinem ſcharfen Tritt knirſchte, ſah ſie auf.