Teil eines Werkes 
4. Bd. (1875)
Entstehung
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mit der Pflege der Blumen beſchäftigt, verlebt; ſo war es ihr, als ſollten ſich dieſelben auf einem fremden Boden erneuern. Ihre Kenntniſſe, ihre Theilnahme an ſeinem Geſchäfte erfreuten den Gärtner; ihre raſche, immer arbeitſame Hand enthob die Hausfrau mancher Laſt.

Ein oberes Stübchen, deſſen beide Fenſter nach dem Park und der von ſchattigen Bäumen umſäumten

Fahrſtraße, die, von der Stadt anſteigend, nach einem herzoglichen Luſtſchloß führt, ſich öffneten, war ihr

eingeräumt worden. Eine prächtige Linde ſtreckte ihre Zweige faſt bis zu ihr hinein. Abendglanz und 3

Blütenduft füllten das Gemach. Die Wände waren ſchmucklos, aber auf der Commode lagen einige Bücher, Schiller's und Goethe's Gedichte. Ihnen gegenüber ſtand die Nähmaſchine— die getreueſte Freundin hatte ſie Clara mit ſchmerzlichem Lächeln genannt. Heute ſchwirrte und ſummte ſie nicht und Adele horchte auf der Treppe, denn ein anderer Ton ſcholl ihr entgegen— die laute Stimme ihres Bruders.

„Guten Abend, Fräulein Wolfhart“, hörte ſie ihn ſagen.„Habe nun genug mit Ihnen geſchwatzt und muß zu meiner Schweſter. Eine californiſche Neuig⸗ keit, he?“

In der Thür begegneten ſich die Geſchwiſter.