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Stirn. Nun raubte auch ihm der Grimm den Reſt von Kaltblütigkeit, den er noch bewahrt. Hier galt es,
das eigene Leben zu vertheidigen. Er war ſtärker und
größer als ſein Angreifer und drängte ihn, ohne es ſelbſt zu merken, mehr und mehr an den Rand der Uferböſchung.
Noch einmal gelang es Fritz, ſeinen Arm zu er⸗ heben, dann hatte ihn Bruno zu Boden geworfen— den Abhang hinab rollte der Unglückſelige, überſchlug ſich, ſtürzte in den Fluß und verſchwand unter den Eisſchollen.
„Fritz!“ ſchrie Bruno auf.
Das Haar ſträubte ſich ihm vor Entſetzen. Sein Geſicht war mit Blut bedeckt— er griff mit der Hand nach der Stirn, nach dem Halſe, wohin Fritz zuletzt geſtoßen, und zog ſie blutig zurück.
Alles trüb, unheimlich, nichts deutlich zu erkennen — Himmel, Erde und Waſſer... Nur ein häßlicher, gurgelnder Ton, als ob die Flut etwas hinunterge⸗ ſchlungen hätte, zuweilen ein Kniſtern und Knacken im Eiſe...
„Fritz!“ wiederholte Bruno, aber leiſer, furcht⸗ ſamer, ſtöhnender als das erſte Mal.
Sollte er hinuntereilen, um den Verunglückten zu


