Teil eines Werkes 
3. Bd. (1875)
Entstehung
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Fritz bewies nach ſeiner Anſicht einen übermenſch⸗ lichen Muth, daß er an ſich hielt und dieſen„Ehr⸗ loſen“ nicht vor Irenens Augen entlarvte. Vor Irenens Augen? Was war das? Stand ſie nicht Hand in Hand mit dem Verhaßten in einer Fenſter⸗ niſche? Neigte ſich nicht ihr Haupt mit einer ver⸗ rätheriſchen Beugung ihm zu? Das war zu viel, der Faden ſeiner Geduld geriſſen; die Wildheit, die in ihm ſchlummerte, drohte auszubrechen. So athmete er ſelbſt wie erleichtert auf, als ihm der Graf mit ſeinem verbindlichſten Lächeln die Hand zum Abſchied gab.

Als Fritz die Thür hinter ſich ſchloß, glaubte er ein leiſes Gelächter zu vernehmen— ein Gelächter, das ihm wie der Hohn der Hölle dünkte. Wer konnte es ausgeſtoßen haben als Bruno?

„Er oder ich!“ dachte Fritz, als er die breite Stiege nicht wie das erſte Mal, wo er über dieſe Stufen geſchritten, in einem Wonnerauſch, ſondern mit knir⸗ ſchenden Zähnen, mit Mordgedanken hinunterging.

Dieſer Bruno durfte ungeſtraft ſeine Frevlerhand nach Irenen ausſtrecken? Wie zum Dank dafür, daß er Clara's Leben gebrochen, vereinigte ihn jetzt das Geſchick mit der jungen Gräfin? Haha, ewige Ge⸗ rechtigkeit! Wenn nur der Nichtswürdige Geld hat