17 einem wilden Sprung heraus. Immer würde es mich nachher reuen, ein Talent nicht mehr zu üben, das ich mit ſo vieler Mühe ausgebildet habe.“ „Eine Kunſt obendrein, die Anſehen vor den Leuten
und einen Heiligenſchein verleiht.“
„Auch das, Herr von Schmettow! Ich bin ehr⸗ geizig und will in der Welt etwas gelten. Als alte Kameraden und Brüder des rothen Kreuzes können wir aufrichtig miteinander ſprechen. Dem Manne ſtehen viele Wege durch das Leben offen, der Frau nur wenige. Hätte ich eine künſtleriſche Erziehung er⸗ halten, wäre ich hinter den Couliſſen eines Theaters geboren worden, ſo bewunderten Sie mich jetzt vielleicht als Schauſpielerin oder Sängerin. Aber in Kanſas trieb man ſolche Künſte nicht. Es war eine herzlich ſchlechte Muſik in Utah, wie in unſerer Harmonie. Wiſſen Sie noch“— unterbrach ſie ſich plötzlich—„wie Sie ein⸗ mal auf dem Klavier in Planter's Hotel die Ouverture zum Freiſchütz ſpielen wollten? Waren das tolle Tage!“
„Jawohl, tolle Zeiten!“ fuhr Schmettow auf. „Es lebe der ferne Weſten für immer! Dorthin geht die Sonne und die Freiheit! Gott verdamme mich, Silvia, wollen wieder hinüber.“
„Ich möchte Ihnen doch lieber rathen, hier zu
bleiben“, entgegnete ſie. Frenzel, Silvia. III. 2


