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unſerer Zeit. Es gibt noch Freundſchaft, uneigen⸗ nützige, großherzige Freundſchaft!“
„Sie beſchämen mich, Herr Graf! Erſt wenn ich Sie aus dieſer Verlegenheit geriſſen hätte, würde ich dieſe ſchönen Ausſprüche verdienen.“
„Ich habe Ihnen meine Lage mit einem Wort geſchildert, ohne ſie zu verſchönern, ohne ſie zu verſchlim⸗ mern. Auf das dürftige Majorat kann ich ſelbſtverſtänd⸗ lich keine Schulden aufnehmen, mein ſonſtiger Landbeſitz iſt überbürdet, zum Theil verpfändet. Die Gruben ſind meine Hoffnung, mit Ihrer Hülfe meine Rettung. Daß ihr Ertrag erhöht werden kann, daß man noch einige Meter tiefer graben ſollte, iſt meine Ueberzeugung, aber ich habe nicht mehr das nöthige Kapital, um ein ſolches Unternehmen anzufangen. Dadurch verliert meine Ueberforderung etwas von ihrer Ungeheuerlichkeit, ein Opfer bleibt ſie immer. Hunderttauſend Thaler gibt man nicht leicht als ein Darlehn, ſelbſt nicht auf die Ehre der Grafen Reinsberg. Und indem ich ſo rede, fällt mir der alte Spruch ein, daß die Ar⸗ muth ja nicht das Aergſte und Traurigſte auf Erden ſei, ſondern ein ſchuldbeladenes Herz. Unſer Geſchäft, denk ich, iſt abgemacht— Sie drücken mich nicht im Preiſe und nehmen die Gruben für zweimalhunderttau⸗ jend Thaler...“


