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große Verſuchung war an ihn herangetreten, und alle Verſuche, die er machte, die verführeriſchen Bilder zu⸗ rückzuweiſen, blieben erfolglos. Denn zwei Mächte griffen ihn vereint an, von denen jede einzelne ſchon ſtark und gefährlich genug erſchien, den Gleichmuth eines Mannes zu Falle zu bringen. Die Schönheit und die vornehme Geburt Irenens hoben und trugen ſich gegenſeitig. Wie frei er ſich auch im Allgemeinen von allen Vorurtheilen wußte, in dieſem beſondern Falle ſchmeichelte es ſeinem Ehrgeiz und ſeiner Eigen⸗ liebe, eine hochadelige Dame ſeine Gattin zu nennen.
Der Enkel des Schmiedes von Stendal der Ge⸗ mahl einer Gräfin Reinsberg— es war etwas darin, das zunächſt nicht ſein Herz, aber doch ſeine Phanta⸗ ſie verführte. Freilich konnte er ſich gegen die Nie⸗ drigkeit und Selbſtſucht der Gründe nicht verſchließen, die den Grafen zu einer ſolchen Wahl beſtimmt hatten, gab es jedoch nicht noch andere junge Leute, die für den Beſitz Irenens gern bedeutende Opfer gebracht? Daß man an ihn gedacht, bewies doch den Vorzug, den die Familie ihm zuerkannte.
Vielleicht verbarg ſich gerade darin die Neigung Irenens. Waren ihre Heftigkeit und ihr zorniger Schmerz die Vorzeichen einer Liebe, die ſich nicht zu offenbaren wagt, weil ſie die Anklage eines unedlen


