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iſt Männerfreundſchaft! Jeder Frauenblick kann ſie
ſchmelzen.“
„Mein Herz tadelt mich ſchon, daß ich das Ge⸗ heimniß einer Andern verrathen habe; es iſt häßlich, ſeinem Zorn ſo nachzugeben— aber Sie werden ſchweigen!“
Das Letzte ſagte er mit beinahe drohender Stimme.
„Kind, das Du biſt! Macht ſich Scrupel über ein Weib! Und was das Geheimniß der ſchönen Gräfin betrifft, ſo laß dafür nur die andern Weiber
ſorgen, die mit Dir darum wiſſen.“
„Das Geheimniß iſt im Feuer erſtickt.“
„Meinſt Du? Und zugleich erwarteſt Du unruhig ein Zeichen aus dem Hauſe in der Wilhelmsſtraße.“
„Ich—“ antwortete Fritz, aber er kam nicht weiter, denn unten wurde die Hausglocke geläutet.
„Zünde Licht an, Du erhältſt Beſuch.“
Die kleine Lampe mit halbgrünem Glasſchirm verbreitete eine mäßige Helle, gerade genug, um die beiden Männer, die an der Drehbank ſtanden, zu beleuchten.
„Der junge Herr iſt in ſeiner Wohnung“, hörten ſie unten die Pförtnerin ſagen.
Ein ſchwerer feſter Tritt klang langſam die ſteile Treppe hinan.


