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iſt Feuer, ſchreie ich auf und laſſe den Jungen bei⸗ nahe von den Knieen fallen. Der weiße Tüllvorhang
des Saalfenſters loderte auf. Herr Jeſus, Sie haben
Recht, lieber Wolfhart! jammert die Frau. Es iſt ja auch viel zu früh für die Verſammlung, erſt ſechs Uhr. Da galt kein Zögern. Ich ſtürze die Treppen hier hinunter und drüben die Treppen hinauf. Der Saal iſt durch einen langen Corridor mit den Zimmern des Vorderhauſes verbunden und das Feuer konnte arg in ihm um ſich gegriffen haben, ehe ſie es dort merkten. Zum Glück brachten das Gekreiſch der Weiber, die weinenden Kinder das ganze Haus bald in Be⸗ wegung. Ich bin der erſte an der Thür— ſchreie, rüttle, tobe, ſie iſt verſchloſſen. Die Andern mir nach, mit einem Eiſen breche ich das Schloß endlich auf und ſtürme hinein. Mitten hinein in dichten Rauch, Qualm und Flammen. Die Vorhänge, die Pfoſten, die Kreuze der Fenſter brennen lichterloh. In dem Kamin iſt Steinkohlenfeuer geweſen und ein böſer Geruch erfüllt den Raum. Auf einem Seſſel liegt ohnmächtig oder betäubt ein Frauenzimmer. Ich trage ſie hinaus, die Weiber helfen mir. Unten im Hofe, mit Waſſer und Riechſalz, kommt ſie wieder
zu ſich. Mit einem Blick ſtarrte ſie uns an—
Ruprecht, mit einem Blick! Ich habe einmal eine


