Teil eines Werkes 
2. Bd. (1875)
Entstehung
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daß es Erſparniſſe der Mutter wären, hatte ihm Clara beim Abſchiede eine kleine Summe Geldes eingehändigt; es war der Lohn ihrer letzten Arbeiten und im un⸗ bedachten Leichtſinn weder nach dem Woher noch nach dem Wohin fragend, hatte Fritz dieſelbe angenommen.

Einmal aber ganz und ohne Rückhalt auf ſich allein angewieſen, in ungeſtörter Einſamkeit, hatte er

eine Kraſt geſpürt, die er bisher nicht in ſich ver⸗

muthet oder wenigſtens nicht geprüft. Sein Ehrgefühl hatte ſich bisher nur in Auflehnung und Widerſetzlich⸗ keit geäußert, in einer Scheu vor Arbeiten, die er für niedrig oder nutzlos hielt; jetzt ſpornte es ihn an, auf eigenen Füßen zu ſtehen.

Offen lag der Strom des Lebens vor ihm, keine Mutter, keine Schweſter ſah ihn mit vorwurfsvollen Augen an, ob er ging, ob er kam, ob er thätig war oder ob er träumte. Ihn banden fortan keine Rück⸗ ſichten. 3

Auf, zeige, was du kannſt! rief es in ihm. Er wußte nichts von den erhabenen und erſchüt⸗

ternden Verſen der Dichter an die Nothwendigkeit,

die ſie als die ſtrenge Lehrerin und Erhalterin des Menſchengeſchlechts preiſen, aber er glaubte zuweilen ein Antlitz voll Hoheit und Unnahbarkeit ſich gegen⸗ über zu erblicken, das die Lippen nicht öffnete, die

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