geringerer Liebe. Solange noch Bruno's Bruder lebte, kamen die Gegenſätze nicht zum Ausbruch. „Mag doch Bruno ein Träumer und ein vor⸗
nehmer Nichtsthuer werden“¹, tröſtete ſich Martin Greif,„Friedrich wird dem Schmied von Stendal
Ehre machen und wie ich die tauſendſte, ſo die zehn⸗ tauſendſte Locomotive bauen.“
Da ſtarb der hoffnungsvolle Knabe; mit ihm ſchied der Friede aus dem Hauſe, mit ihm entſchwanden auch die Ausſichten Bruno's, ſich der Kunſt widmen zu dürfen. Harte Zeiten, peinliche Vorfälle folgten; noch jetzt, im Gedanken daran, ſtrich ſich Bruno mit der Hand über die Stirn, als wolle er die böſen Erinnerungen von ſich jagen. Dem Willen des Vaters zu widerſtreben, gab es kein Mittel. Er mußte ſich dem Geſchäfte opfern, den Fabrikbetrieb erlernen, in einem franzöſiſchen, einem engliſchen Maſchinen⸗ werkhauſe als Freiwilliger dienen.
Ja, wohl war es eine Märchenwelt, dieſe Welt
der modernen Induſtrie und der Wunder der Mechanik, aber ihm war ſie eine ſchauerliche, öde, groteske Welt von lebendigen Maſchinen, von Automaten und Kobol⸗ den, von Menſchen ohne Seele und Gemüth, die nur ein Rad, ein Nagel, eine Kurbel von Fleiſch und Blut waren. In wilden und tollen Vergnügungen


