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plötzlich dem Leben des noch rüſtigen Mannes ein jähes Ende bereitet. Wie ſehr er auch eilte, Bruno fand ihn nur im Sarge wieder, kam nur, um ihn zur Erde zu beſtatten. Abſeits im Garten unter hohen Fichten ruhte er neben ſeiner Tochter, die ihm voran⸗ gegangen war und deren Tod ihm, wie die Diener meinten, den erſten Stoß in das ſonſt ſo harte, eiſerne Herz gegeben.
„Jawohl, ein Herz von Eiſen“, dachte jetzt Bruno.
Der Vater hatte ihn nie geliebt. All ſeine Ge⸗ danken hatte der mit jedem Jahre wachſende Fabrik⸗ betrieb eingenommen; die Ausdehnung des Handels, die Erfindungen der Induſtrie, die Anwendung der Wiſ⸗
ſenſchaft auf das Leben und den unmittelbaren Nutzen:
das war der Kreis, in dem ſich ſein Geiſt bewegte. Er kannte, ſchätzte und verehrte nur das Wirkliche; er haßte nur eins: das Ueberſinnliche, Ideale.
Von Jugend auf war Bruno ſein Widerſpiel. Schon der Knabe zeigte künſtleriſche Fähigkeiten; er zeichnete leicht und trefflich; mit einer Virtuoſität, die über ſein Alter ging, ſpielte er die Geige. Die Mutter, die wohl in der Ehe nicht die Ausfüllung ihrer tiefſten Empfindungen fand, verzärtelte ihn und behandelte, wie es dem Vater ſchien, die beiden andern Kinder mit


