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in den vollen Glanz der Abendſonne, der den Fahr⸗ weg überflammte, eine ſchlanke Frauengeſtalt trat, in einem grauen Kleide mit ſchwarzen Schleifen, auf den blonden geſcheitelten Haaren einen grauen Hut mit zurückgeſchlagenem grauem Schleier. Von den Freunden hätte keiner zu ſagen vermocht, wie ſie dorthin ge⸗ kommen. Sie ſahen ſie erſt, als ſie wenige Schritte vom Wagen entfernt war.
Zuſammenzuckend zog Bruno den Hut und grüßte; mechaniſch ahmte ihm Benno nach.
Die Dame dankte unterwürfiger als gemeſſen.
Zugleich war der Kutſcher ſeiner Thiere wieder Herr geworden und trieb ſie mit einem leichten Peit⸗ ſchenhieb zu geflügelterem Laufe an.
Noch zwei Minuten.
„Da ſind wir“, ſagte aufathmend Bruno und ſchüt⸗ telte ſich wie einer, der einen leiſen Froſt verſpürt,„und das Unbekannte ſei ſegnend und heilbringend mit Dir bei Deinem Eintritt in dieſes Haus!“
Der Wagen hielt auf der ſteinernen Rampe, die das einfache gelbe Schlößchen im nüchternſten Zopfſtil von der Fahrſtraße ſchied. Der Balcon vor den drei mittleren Fenſtern des erſten Stockwerks war offen⸗ bar eine neuere Zuthat und unterbrach die Geſchloſſen⸗ heit der Architektur. Eine hohe Brüſtung in Rococo⸗


