185 der einen Scherz erträgt und dafür ſelbſt einmal über die Schnur haut. Am Tage nach ſeiner Ankunft aus Paris, im Ausgang des Julimonats, hat der Graf ihn aus ſeinem Kloſter in Gmunden heraufbeſcheiden laſſen
und eine lange Unterredung mit ihm gehabt. Der
unerſchütterliche Glaube des Paters, daß trotz alledem die Stunde der Befreiung von dem Eiſenjoche Napoleon's heraufdämmere, hat allmälig im Verein mit Magdale⸗ nens zartem Troſt, mit dem Ausblick auf das Glück des theuren Kindes die dumpfe Schwermuth Wolfsegg's gemildert. Nicht allein der Schmerz über den Tod An⸗ toinettens hat ihn gequält, an ſeiner Seele nagt der Jam⸗ mer über die Schmach des Vaterlandes, der ohnmäch⸗ tige Zorn gegen das Glück und den Genius des Kaiſers.
Er hat aus Paris nicht wie Andere die Hoffnung eines dauernden Friedens mitgebracht. Auf jenem Feſte hat ſich ihm Napoleon's geheimſter Gedanke ver⸗ rathen: nicht den Frieden, einen ungeheuren Krieg be⸗ reitet er vor. Seine ſcheinbare Unthätigkeit, die Triumphreiſen, die er mit ſeiner jungen Gemahlin unternimmt, die gewaltigen Bauten, von denen ſeine Zeitungen ruhmredig ſprechen, verhüllen nur ſeine Rüſtungen; und wiederum entnimmt Wolfsegg aus den Briefen der Deutſchen in Petersburg, daß auch dort der Czar Alexander unabläſſig ſein Heer und ſeine


