einen faſt unbeſchränkten Einfluß auf Athenais erworben. Auch mußte es günſtig auf ſie wirken, daß der Mann, den ſie in ihren Phantaſien ihren Engel genannt, als Bewerber um ihre Tochter auftrat. Dennoch war bei ihrer Reizbarkeit Vorſicht geboten; durch irgend eine Verſäumniß, einen unberechenbaren Zufall konnte die beabſichtigte Verſöhnung in ihr Gegentheil umſchlagen. Zum erſten Mal ſah Magdalene ihre Mutter auf der Bühne, in dem Glanz und Zauber ihrer Kunſt. Klüglich hatte ſich der Graf für dieſe Weiſe des Kennenlernens aus der Ferne entſchieden, um alle trüben Schatten, die der Tochter das Bild der Mutter verdüſterten, zu verbannen. In der That machte das Auftreten der Sängerin einen zugleich erhebenden und löſenden Eindruck auf das reine, für jedes Schöne empfängliche Gemüth des Mädchens. Freudenthränen vergießend ſaß ſie zwiſchen dem Geliebten und dem Vater. Vergangener Zeiten gedenkend, hielt Wolfsegg die Augen geſchloſſen, fernhin von dem mächtigen Wohllaut dieſer Stimme getragen. Mehrmals wendete Athenais ihren Kopf nach der Richtung hin, wo jene ſaßen, ſei es nun, daß ihr Egbert auffiel oder daß eine dunkle Regung in ihrer Seele ihre Augen dorthin lenkte. Nach dieſer Vorbereitung, um Magdalenen das
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