Teil eines Werkes 
5. Bd. (1873)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

7

Die Politiker glaubten aus der Anweſenheit des Grafen Metternich, der jetzt Oeſterreichs leitender Mi⸗ niſter war, in Paris auf wichtige Berathungen und Verhandlungen ſchließen zu dürfen. Napoleon's Hof beeiferte ſich in Höflichkeiten gegen die Fremden; ſie ſpielten die großmüthigen Sieger, welche ihre Helden⸗ thaten vergeſſen zu haben ſchienen und nur den Ruhm altfranzöſiſcher Feinheit und Liebenswürdigkeit aufrecht zu erhalten ſtrebten.

Nicht zu denen, welche politiſche Zwecke oder Vergnügungsluſt nach der Hauptſtadt geführt, gehörten Egbert, Magdalene und Graf Wolfsegg, obgleich die Ankunft des letztern von allen Neuigkeitskrämern in dem politiſchen Sinne gedeutet ward. Von den Ent⸗ ſchlüſſen, die in jener wildbewegten Stunde Magdalene beſtürmt, als ſie das Geheimniß ihrer Geburt erfahren, war nur der eine feſt und unerſchütterlich in ihr geblieben, vor ihrer Verheirathung mit Egbert ihre Mutter zu ſehen. Ohne deren Segen meinte ſie kein ungetrübtes Glück genießen zu können. So würde ſie wenigſtens in ſchwächſtem Grade die Schuld abtragen helfen, die der Aermſten zugefügt worden.

Egbert fügte ſich willig in den Aufſchub ſeiner Hoffnungen; ſein Gefühl fand ſich im reinſten Zuſammen⸗ klang mit Magdalenens Verlangen.