Teil eines Werkes 
4. Bd. (1873)
Entstehung
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Magdalene, ganz wie ein ſchönes kaltes Marmorbild, ſeinen Abſchiedsgruß erwiderte und mit einer Stimme, die ihm, obgleich ſie wie verſchleiert klang, durch Mark und Bein bebte, Lebewohl wünſchte, war er froh, mit leidlichem Anſtand aus dem Gemach und dem Hauſe fortzukommen. Zeit, über die Verwüſtung, die er in dem Herzen des armen Mädchens angerichtet hatte, nachzudenken oder gar Reue über ſeine Bosheit zu em⸗ pfinden, blieb ihm nicht. Draußen erwartete ihn Zam⸗ belli mit dem Befehl des Kaiſers, der ihn nach Spa⸗ nien verbannte.

Mit einer letzten Anſtrengung und Ueberlegung war Magdalene, als Loyſel ſie verlaſſen, nach der Thür geeilt und hatte den Riegel vorgeſchoben. Dann fiel ſie, wie vom Blitz gerührt, der Länge nach auf den Boden hin und lag ſchluchzend, unfähig, eins ihrer Glieder zu bewegen.

Sie wunderte ſich nur, daß ſie nicht immer tiefer und tiefer hinabſänke, daß es noch etwas Feſtes und

Unverrückbares gäbe. Schwankte doch Alles um ſie,

war doch mit einem Schlage ihre ganze Jugend, Glück und Heiterkeit in einen unermeßlichen Abgrund geſtürzt. In Sünden war ſie geboren, in Lügen hatte ſie ge⸗ lebt. Schein und Trug war die Liebe ihrer Eltern, die Großmuth des Grafen geweſen. Ohne Warnung