Teil eines Werkes 
4. Bd. (1873)
Entstehung
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findung ſtrategiſcher Züge unerſchöpflich, in ihrer Aus⸗ führung durch Schnelligkeit und Kraft unvergleichlich ſei, wolle man ein ſolches Wagniß unternehmen, ſich von ſeinem Hinterlande entfernen, den Donauſtrom aufgeben und dem durch den Schwarzwald und über Ulm vorrückenden Feinde den Weg zum Herzen der

Monarchie freilaſſen! In jedem Feldzuge Oeſterreichs

gegen Frankreich müſſe es die erſte Aufgabe ſein, die Donau zu halten. 3

Mit einer Erbitterung, die ſich in Für⸗ und Wider⸗ rede täglich ſteigerte, wurden die entgegengeſetzten Mei⸗ nungen verfochten. Darüber verfloß ungenutzt die Zeit, die nicht wieder einzubringen war; arge Feindſchaften brachen unter den Führern aus. Der Generalquartier⸗ meiſter des Heeres, General Mayer, wurde nach einer Feſtung als Platzcommandant verſetzt, da ein einträch⸗ tiges Handeln zwiſchen ihm und Philipp Grünne un⸗ möglich geworden war.

Dieſſeits Zerfahrenheit, Unentſchloſſenheit, Wankel⸗ muth, viele Köpfe voll Widerſpruch und Eiferſucht auf einander; drüben ein eiſerner Wille, eine unermüdliche Kraft, von der Einheit des Befehls getragen, eine all⸗ gemeine Siegeszuverſicht.

Ja, wenn man Schlachten mit Proelamationen, ohne eine höhere Leitung des kriegeriſchen Verſtan⸗

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