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Bilder einer fernen Vergangenheit gingen ihm die Be⸗ gebenheiten ſeines Aufenthalts in Paris vorüber. In gefaßter Entſagung betrachtete er ſie. Auf leichten Schwingen hatten die Tage hinweggeführt, was nie wiederkommen konnte. Aus Hoffnungen und Träumen hatte ſich nur eine Wirklichkeit düſter erhoben: der Krieg. Auch in ihm rief eine Stimme, die er bisher noch nicht vernommen: Zu den Waffen!
In einer nahegelegenen Straße raſſelten die Trommeln.
„Ein Regiment aus Spanien, das nach Straß⸗ burg an den Rhein marſchirt“, ſagten die Vorüber⸗ gehenden.
Dieſe Trommeln klangen auch ihm.
In ſeiner Wohnung gedachte er des Briefes, den ihm Antoinette von Benjamin übergeben.
Er hoffte auf eine ausführlichere Mittheilung des Freundes über die Gründe, die ſeine Verhaftung ver⸗ urſacht, über die Möglichkeiten ſeiner Befreiung. Aber ſeinem ſchweigſamen Weſen getreu hatte ſich Benjamin auch hier mit einigen Worten zärtlichen Abſchieds be⸗ gnügt.
In dem Schreiben lag ein Schein, unterzeichnet von dem Pfarrer und dem Küſter der Kirche St.⸗Sul⸗ pice. Es war die Abſchrift eines Geburtsſcheins.


