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ſteht. Leſen Sie ihn oder verbrennen Sie ihn lieber ungeleſen. Das würde für Sie und Herrn Bourdon das Beſte ſein.“
Damit hatte ſie ihm aus einem ſilbernen Käſtchen den Brief gereicht; ſie kam ſich als Mitſchuldige vor, ſolange ſie das Papier in der Hand hielt.
„Ich danke Ihnen, Gnädigſte, und würde mich glücklich ſchätzen, wenn Sie mich ihrerſeits eines Auf⸗ trags an Ihren Oheim, an Ihre Eltern würdigten.“
„Meinem Vater hab' ich neulich geſchrieben. Er wird ſich freuen, wenn Sie ihm ſagen, daß Sie ſeine Tochter glücklich und geehrt gefunden. Mein Bruder iſt frei.“
„Mit aufrichtigſter Freude hab' ich es gehört.“
„In einigen Tagen werde ich ihn wiederſehen.
Aus ſo großen Gefahren gerettet! Der Kaiſer wird
ihn gnädig aufnehmen; künftig ſoll Franz von Gondre⸗ ville nur für ihn und Frankreich den Degen ziehen. Und meinem Oheim? Bringen Sie ihm meine Grüße. Thun Sie es, Herr Heimwald. Sie werden ihm meine Lage beſſer ſchildern können als ich ſelbſt. Ich fürchte beinahe, daß zwiſchen ihm und mir jedes Verſtändniß abgebrochen iſt. Er iſt ſo ausſchließlich, ſo hartnäckig in ſeinen Meinungen. Für ſich beanſprucht er die weiteſte Freiheit, den Andern gönnt er die kleinſte


