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eine ſteife Förmlichkeit auferlegt hatte, verſchwand. In ihren Zügen ſpiegelte ſich eine heitere Befriedigung. Es war ihr ein Bedürfniß, einen Genoſſen ihrer Ge⸗ wiſſensſchuld zu haben.
„Sagen Sie meinem Oheim, welch ein Mann er iſt! Der größte, den die Welt geſehen! Nur diejenigen können ihn haſſen, die ſein tiefſtes Weſen nicht erken⸗ nen, aus Neid und Haß, aus Vorurtheilen nicht er⸗ kennen wollen.“
„Umgekehrt, gerade die werden ihn am glühendſten haſſen.“
„Sie?“
„Ja, denn er iſt der unverſöhnlichſte Feind mei⸗ nes Vaterlandes.“
„Sie fühlen als Deutſcher“, meinte ſie vornehm; ſie war ſchon eine Bürgerin der großen Nation.„Aber ob Franzoſe, ob Deutſcher, iſt es nicht ein Glück, ihm zu dienen?“
„Iſt dies ein Wort für mich oder für den Grafen Wolfsegg?“
„Ueberbringen Sie es ihm, wenn Sie wollen“, ſagte ſie ſcharf und haſtig.„Noch eins, was ich ver⸗ ſäumt. Hier iſt ein Brief des Herrn Bourdon an Sie; er wollte ihn weder der Poſt noch einem An⸗ dern anvertrauen. Ich mag nicht wiſſen, was darin


