Teil eines Werkes 
3. Bd. (1873)
Entstehung
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Eine bange Pauſe des Wartens verging.

Die junge Marquiſe war bei der Toilette. Ueber ihrem Anzug hatte ſie Egbert's Brief, in dem er ſie um dieſe letzte Unterredung gebeten, vergeſſen.

Einer der Großwürdenträger des Kaiſerreichs, der Reichserzkanzler Cambacérès, gab ein glänzendes Feſt; der Kaiſer wurde erwartet. Wie hätte Antoinette da⸗ bei fehlen können! Weiß gekleidet, die Perlenſchnur des Kaiſers um den ſchönen Hals, im Haar ein ſtrah⸗ lendes Diadem, rauſchte ſie ihm endlich entgegen. Bei ihrem Anblick bebte Egbert. Wohl war ſie ſchön, aber dieſe Schönheit hatte einen Zug, den er früher nicht an ihr wahrgenommen und der ſein Herz erkältete.

Ich habe Sie warten laſſen, Herr Heimwald, ſagte ſie und bot ihm freundlich die Hand zum Gruß. Sie müſſen mich ſchon entſchuldigen. Und reiſen wollen Sie? Morgen ſchon? Haben Sie es ſo eilig?

Egbert gab einige Scheingründe für ſeine Heim⸗ kehr an; nur flüchtig berührte er die brennende Frage des Kriegs.

Auch der Graf Wolfsegg wird Ihnen in dieſem Sinne geſchrieben haben, ſetzte er hinzu.In Wien glaubt man nicht einmal mehr an einen Aufſchub des Kampfes.

Nun ja, in Wien! Mein guter Oheim vergißt