45
wäre ſchon der März gekommen. Der Reif, der noch am Morgen die Erde und die Zweige und Aeſte der Bäume bedeckte, hat den ſchärfern Pfeilen der Sonne nicht Stand halten können. Nur wo ein Baum ganz im Schatten ſteht, glänzt er fernhin noch wie mit fei⸗ nen ſilberweißen Pünktchen und Sternen beſäet.
Lachend, ſchwatzend, gaffend drängt ſich die Menge vor dem Schloſſe, in den Alleen, auf den Raſenplätzen. Obendrein iſt heute ein Sonntag, der zweiundzwanzigſte Januar. Neben den vornehmen Damen und Herren tritt der Bürgersmann aus der innern Stadt mit Weib und Kind, der Arbeiter aus der Vorſtadt St.⸗Antoine in ſeinem Kittel auf.
Da ſind die neu aufgerichteten Eiſengitter mit den vergoldeten Spitzen, um die Blumenparterres des Gartens zu bewundern, die Neubauten nach der Seite des Louvre hin. Dort hat ſich ein dichter Kreis um einen Neuigkeitskrämer geſammelt. Er will wiſſen, daß der Kaiſer in den nächſten Tagen ſchon wieder in Paris eintreffen würde.
„Warum?“ fragen Andere.„Hat er die Englän⸗ der gefangen?“
„Nein, es gibt wieder Krieg, da herum in Deutſch⸗ land.“
„Paff, das macht unſern Bärenmützen keine Sorge.“


