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den erhabenen Zuſammenklang des Ganzen befördern helfen. Finden ſich in Wirklichkeit unter dieſer Ober⸗ fläche verborgene Quellen des Unglücks, ſo liegen ſie in einer Tiefe, die der Blick der Menſchen nur ſelten durchdringt.
Schon durch ihre Ausdehnung, ihre einzig ſchöne Lage zwiſchen den vielfachen Krümmungen der Marne und der Seine, in der Abwechslung von Berg und Thal, wo im Norden hart an der Stadtmauer mit ſeinen alterthümlichen Windmühlen der Montmartre, im Weſten der einſame, faſt ganz von Häuſern freie Mont Valérien aufragen und von ihren Kuppen aus eine entzückende Rundſicht über die weite Landſchaft gewähren, macht die franzöſiſche Hauptſtadt auf Alle, die ſich ihr von Oſten nähern, einen bedeutenden Ein⸗ druck. Rings umher iſt ein reich angebautes Land; Dörfer, die zwiſchen Gärten und kleinen Waldungen liegen, ſtattliche Schlöſſer, Königswohnungen und Her⸗ renſitze mit den größten, durch die Kunſt zu ganz eige⸗ nen Gebilden umgeſchaffenen Parks ergötzen in man⸗ nichfaltigem Wechſel das Auge des Reiſenden. Auch im Winter hat dieſe Gegend noch ihren Reiz. Man betritt einen claſſiſchen Boden, man athmet mit dieſer Luft gleichſam hiſtoriſches Leben, tragiſche und heitere Erinnerungen ein. Wie einſt die ewige Stadt der


