Erſtes Kapitel.
Damals, in den glücklichen Tagen Napoleon's, war Paris die erſte Stadt der Welt. Mit Recht konn⸗ ten ſeine Lobredner rühmen, daß die Menſchheit ſeit dem Rom der erſten Cäſaren nichts Aehnliches geſehen. Nie hatten ſo viele Zeichen des Siegs, ein ſo großer Wohlſtand, eine ſo weit verbreitete Bildung, bei einer ſtrengen und eiferſüchtigen imperatoriſchen Herrſchaft eine ſolche Freiheit der Bewegung und der perſönlichen Unabhängigkeit eine Stadt ausgezeichnet, wie Paris.
Wohl war es ein Wunder, das ſich hier den ſtau⸗ nenden Augen bot. Auf dem durchwühlten, von einem furchtbaren Erdbeben zerriſſenen Boden der alten Ge⸗ ſellſchaft war eine neue Ordnung aufgeblüht.
Wie ein Märchen, wie längſt verſchollene Geſchich⸗
Frenzel, Lucifer. III


