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So konnte jetzt der Alte ihr Geſicht nicht ſehen, als ſie fragte:
„Wie findet Er denn Seinen jungen Herrn? Merkt Er keine Veränderung an ihm nach der großen Reiſe?“
„Hm! Der gnädige Herr Graf haben ein gutes Werk gethan, daß ſie ihn endlich zum Neſte hinausge⸗ jagt. Will's die Demoiſelle beſtreiten? Der junge Herr iſt munterer und courageuſer.“
„Geh' Er doch mit ſeiner Courage! Der Herr iſt doch kein Soldat.“
„Kann aber einer werden, Demoiſelle! War der Bonaparte auch nur ein Bürgerskind und iſt Kaiſer geworden, großmächtiger Kaiſer! Und wenn's wieder Krieg gibt— ich verſichere Ihnen, Demoiſelle, ohne Courage—“
„Meinetwegen! Freilich, Sein Herr iſt unter die vornehmen Leute gegangen und übermüthig geworden. Gerade wie die Herren Offiziere von der Arcièrengarde und den Huſaren. Und der Freund, den er ſich in Prag aufgeleſen, verführt ihn noch mehr zu tollen Streichen! Das iſt ein Springinsfeld und ein Flau⸗ ſenmacher!“
„Schelt' uns die Demoiſelle nur nicht gar ſo aus! Sie meinen's ja doch nicht ſo ſchlimm. Hab'ich nicht


