Teil eines Werkes 
1. Bd. (1873)
Entstehung
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haben. So feierlich, ſo gehoben war ihm zu Muthe. Er hatte ſich auf die Bank vor den Gräbern geſetzt und ſchaute träumeriſch zu dem Engel der Hoffnung auf.

Immer ſchwächer wurde der röthliche Glanz auf dem weißen Marmor. Hinter ihm waren die Stimmen der Läſtigen verklungen, der Graf mochte ſie einen anderen Weg zum Schloſſe zurückgeführt haben. Welche Hoffnungen hatten die drei Tage, die er hier zugebracht, hatte noch das letzte Geſpräch in ihm erweckt! War es ein gutes Vorzeichen, daß dort der Genius wie aus den Wolken des Himmels ihn grüßte?

Er bedachte, wie arm an Erfahrungen er aus Wien gezogen war, wie reich er heimkehrte. Wenig⸗ ſtens erſchien es ihm ſo, wenn er ſeinen früheren Zu⸗ ſtand mit ſeinem jetzigen verglich. Dinge und Men⸗ ſchen, deren Schatten bisher nur an ſeinem inneren Blicke vorübergeglitten waren, hatten ſich leibhaftig 8 ſeiner Betrachtung dargeboten. Dunkle, verwickelte Verhältniſſe hatte er kennen gelernt; in ſchwierigen Umſtänden hatte man ſeine Klugheit und Geiſtesgegen⸗ wart angerufen. Die vornehme Geſellſchaft, die er heimlich gefürchtet und die ihn doch unwiderſtehlich an ſich gelockt, zeigte ſich ihm harmloſer und vertrauens⸗ voller, als er geglaubt; mit offenen Armen hatte ſie

Freuzel, Lucifer. I. 14