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Roſenkranze, der von dem Gürtel herabhing, als wolle er eine Anzahl vergeſſener Ave's und Paternoſters raſch abbeten, ehe er ſich zum Heimgange nach ſeinem Kloſter in Gmunden anſchickte.
Leiſe, beinahe unmerklich neigte der Schloßherr das Haupt nach ihm hin.
Das Eine wie das Andere konnte zufällig und unabſichtlich ſein, und doch ſchien zwiſchen beiden Be⸗ wegungen ein Zuſammenhang zu beſtehen, als würde auf eine ſtumme Frage eine ſtumme Antwort gegeben. Schon aber hatte der Capuziner ſeine Augen blinzelnd wieder geſchloſſen und den ſo raſch erfaßten Roſenkranz fallen laſſen.
Der Edelmann ſchaute nach dem Thore und der Straße.
„Da ſind ſie“, ſagte er, die Hand ausſtreckend.
Ein leichter Jagdwagen rollte raſſelnd die ſchlecht gepflaſterte Straße einher.
Der lange Puchheim lenkte die beiden Apfelſchimmel, die tüchtig ausgriffen; der alte Marquis auf der Hinter⸗ bank mochte ein Unglück befürchten und bat ihn ver⸗ gebens, langſamer zu fahren. Puchheim, der ſich an der Angſt ſeines Gefährten ergötzte, trieb im Gegentheil durch ſeinen Zuruf und ſein Peitſchengeknall die Thiere zu noch größerer Eile an. Es war, als gälte es einen


