auszuruhen und zu erholen. Die Jüngeren grüßten nach den Fenſtern hinauf und riefen, ſo gut es bei dem allgemeinen Lärm und dem Stimmengebrauſe gehen wollte, den Damen ihre Huldigungen zu.
In dieſem Gewirr fielen zwei Männer durch den Gegenſatz ihrer Ruhe und gemeſſenen Haltung gegen⸗ über der Haſt, Geſchäftigkeit und Geſchwätzigkeit der Uebrigen auf. In der Mitte des Hofes ſtehend, über⸗ ragte der Eine, eine kräftige ritterliche Geſtalt, die An⸗ deren alle; eben hatte er die Büchſe dem Diener ge⸗ geben und kurz und beſtimmt ſeine Befehle ertheilt. Den Hut mit der Auerhahnfeder, den er, die Damen begrüßend, vom Haupt genommen, hielt er noch in der Hand. Ein Zug der Güte und des Wohlwollens um ſeinen Mund milderte ein wenig den ſtrengen Ausdruck ſeines ſtarken, gebräunten Geſichtes und den ſtolzen Blick ſeiner ſtahlblauen Augen. Unter dem kurzgeſchnit⸗ tenen, blonden, hier und dort ſchon in's Graue ſpielenden Haar trat die Stirne in mächtiger Wölbung breit her⸗ vor. Hart unter dem linken Auge lief ihm eine tiefe
Narbe über die Wange: die Spur eines feindlichen
Säbelhiebes. Ebenſo kräftig wie die Stirn war das
Kinn entwickelt, nur der Mund erſchien für das Ganze
dieſes Antlitzes, in dem das Starke und Große vor⸗ herrſchte, zu klein und zu fein geſchnitten. In jeder
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