Teil eines Werkes 
1. Bd. (1873)
Entstehung
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Auf der Mitte des Weges, zwiſchen dem Traun⸗ und dem Atterſee, zwiſchen Gmunden und Schörfling ge⸗ legen, richtete ſich die vordere Front des Schloſſes gen Morgen; ihm gleichſam zu Füßen dehnte ſich die Land⸗

ſchaft aus, ſchimmerte grüngoldig die gewaltige Waſſer⸗ maſſe wie in einer ungeheuren Steinſchale. Im Süden

ſpringt bei Traunkirchen ein Fels ein Kirchlein krönt inmitten einer Baumgruppe, ein feierliches und rührendes Wahrzeichen, ſeine Spitze weit in den

See vor und theilt ihn in zwei ungleiche Hälften: breiter, mannichfaltiger durch die wechſelnde Geſtaltung der Ufer, ſchön geſchwungener in ihren Linien, freund⸗ licher iſt die untere; die obere, nach Ebenſee zu, liegt finſter in einem engen, düſtern Felsthal, durch das nur ſchmale Pfade ſich mühſam winden und dem das Höllen⸗ gebirge im Süden mit ſeinen ſteil und ſchauerlich aufragen⸗ den Gipfeln den ſtimmungsvollſten Hintergrund gibt

Von den Damen, die an den Fenſtern des Saales

in bunten Feſtkleidern ſtanden, betrachtete indeſſen nur

die Eine das Landſchaftsbild, das ſich doppelt groß⸗ artig und ergreifend im Frieden des Abends, in den Farben des Herbſtes, vor ihren Augen entrollte. Sie

Felſen bis hart an das Waſſer treten, gleicht das Weſt⸗ ufer des See's von dem Städtchen Gmunden bis nach Traunkirchen einem in Terraſſen abfallenden Parke.