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herbei, griff thätig zu und zog, indeß die Andern wie verwirrt durch einander liefen, die erſchrockenen Frauen aus der umgeſtürzten Kutſche. Die Kam⸗ merfrau ſprang ihm zuerſt in die Arme; er ſetzte ſie an einer trockenen Stelle nieder und eilte zum Wagen zurück. Luitgarde hatte ſich aufgerichtet, ſis reichte dem hilfreichen Fremden die Hand, ihr Auge begegnete dem ſeinigen und— eine Purpurgluth
ſchoß in ihre Wangen. Es war eines der bedeu⸗ tendſten Männergeſichter, die ſie je geſehen. Auch
er ſchien betroffen uͤber den Anblick ſeiner Geretteten und Luitgarde bemerkte leicht, daß er ſie mit mehr als gewöhnlicher Höflichkeit behandelte. Er bot ihr ſeinen Arm, er leitete ſie ſorglich und an einer ſerr ſumpfigen Stelle erbat er ſich die Erlaubniß, ſie auf
ſeinen Armen hinüber zu tragen. Ihr blieb nich lts übrig, als einzuwilligen, wenn ſie nicht bis an die
Knöchel verſinken wollte. Ehrerbietig umfaßte er ſie; kein unanſtändiges Nahen, kein kühner Blick mißbrauchte die verführeriſche Lage. Ohne die— Augen zu ihr zu erheben, ohne einen Laut trug er ſie über den Sumpf, ſetzte ſie am trockenen iande


