Teil eines Werkes 
2. Bd. (1856)
Entstehung
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Ii.

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hätte werden können, und was nun ſein Loos in dieſer und jener Welt ſei!

Bei Luitgarden bildete ſich nach und nach im Geheimen der Wunſch aus, den Nickel Liſt einmal zu ſehen und kennen zu lernen. Der Zufall erhörte und erfüllte auf eine ſeltſame Weiſe ihren Wunſch.

Sie machte, trotz der Unſicherheit der Gegend eine Reiſe in Begleitung ihrer Kammerfrau und mehrerer bewaffneten Bedienten, um eine gute Freun⸗ din in der Nähe von Jena zu beſuchen. Die Reiſe ging glücklich vor ſich, bis auf den ſchlechten Weg, der durch lange Vernachläſſigung und das Wetter grundlos geworden war. Schon waren ſie nach

keeinigen Tagen auf dem Rückwege und hatten das Schloß der Freundin lange verlaſſen, als mitten

auf der Anhöhe, wo der Weg ſich am ſteilſten Ufer 8 eines Wildbaches hinzog und die Pferde kaum mehr in Stande waren, die Kutſche in den tiefſten Ge⸗

eiſen aufwärts zu ziehen, ein Rad brach und Alles zulammen ſtürzte.

Das Jammergeſchrei der Kammerfrau, das

Zlucgen der Domeſtiken zogen einen Mann herbei, 1 der in ſauberer bürgerlicher Kleidung vom Berge berab ſeines Weges kam. Er ſah den Unfall, eilte.

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