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aus der Ferne den Hilferuf einer weiblichen Stimme, Durch das wildverwachſene Dickicht mühſam mich durcharbeitend, ſtürzte ich mit gezogenem Degen der Gegend zu, woher die Stimme erſchallte. Bei dem Herannahen eines mit blitzendem Schwerte herbeiſprengenden Reiters entſprangen zwei Männer eiligſt in das Dickicht.— Die Hilferufende war ein junges, ſehr ſchön gebautes Zigeunermädchen. Von den Seinigen, die ſich in dem Walde in einem Felſenthale gelagert hatten, war es gegen Mittag mit einem Zigeuner in ein etwas entfernt liegendes Dorf geſchickt worden, um einige Lebensmittel ein⸗ zukaufen oder zu erbetteln. Der junge Burſche hatte den Verſuch angeſtellt, ſeinen Einkauf ohne alle Bezahlung vermittelſt eines heimlichen, ſchnellen Griffes zu bewerkſtelligen, war aber ertappt und gefangen worden, doch gelang es ihm glücklich, zu entſpringen. Weit ehrlicher hatte das Mädchen ſein Geſchäft zu Stande gebracht. Sein Unſtern woollie jedoch, daß ihre Schönheit zwei Soldaten in die Augen ſtach, die unter allerlei Vorwand ſie bis zur Dämmerung aufzuhalten wußten, ihr, als ſie unbeſorgt den Rückweg in den Wald einſchlug, un⸗ bemerkt nachſchlichen, ſie hier überſielen und wotz
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