Teil eines Werkes 
1. Bd. (1857)
Entstehung
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gleich nach Oeffnung der Thore aus Dresden, und bald kehrte ſie mit Sarberg, Schickel, Lehmann und Eckold zurück, die ihr einzeln und in verſchiedenen Verkleidungen gefolgt waren.

Der Brautſchatz der jungen Gräfin war im Beuchlingſchen Palaſte in einem Gemache aufbewahrt, das im oberſten Geſchoſſe und in der Mitte von zwei Zimmern lag, wovon eines von dem Hofmeiſter mit ſeinen gräflichen Zöglingen, das andere von dem Jäger und dem Koche bewohnt war⸗ Und aus die⸗

ſer Umgebung heraus holten ſich die Räuber die

Ehatoulle mit der reichen Ausſteuer in Gold und ein aus Silber geſlochtenes Körbchen, worin der Schmuck lag, der einen Werth von 60,000 Thalern hatte.

In einem Walde außerhalb Dresden wurde der Raub getheilt*), nachdem davon eine große Summe in Gold zur Vertheilung unter die übrigen Mit⸗ glieder der Bande abgeſondert worden war. Nicht das Mindeſte nahm Lips Tullian von ſeinem, nach den Geſetzen der Geſellſchaft ihm doppelt zugefalle⸗

nen Antheile mit ſich in ſeine Wohnung, aus Furcht

irgend einer Entdeckung; er übergab Sarberg alles,

*) Hierzu die Abbildung im nächſten Heſte.