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Bande, über die er ſelbſt den Oberbefehl führte, die ſchwarze Garde.
Bald ward dieſer Name in Sachſen nur mit Bangigkeit und großen Beſorgniſſen genannt, der Name Lips Tullian war der Schrecken des Landes.
Einbrüche in Kirchen und Häuſer, Ausplünderung
der Reiſenden, Angriffe auf Poſtwagen, Gelderpreſ⸗ ſungen durch Drohbriefe und Brandſtiftungen reihe⸗ ten ſich in himmelſchreiender Folge.
Die Bande war im ganzen Lande vertheilt, Lips Tullian mit Mariane größtentheils auf Kund⸗ ſchaft, wo ſein Handel mit Bändern und den damals ſo beliebten italieniſchen Waaren, ſeine geſchmack⸗
volle, feine Kleidung, ſein gebildetes Betragen ihm
Zutritt in den beſten Häuſern verſchafften, deren Verhäͤltniſſe in klingender Beziehung, ſo wie Ge⸗ legenheit zum Einbruche genau zu erforſchen, ihm bei ſeiner Schlauheit keine ſchwierige Aufgabe war.
In einem Umkreiſe von einigen Meilen hatte er ſeine Niederlage in vertrauten Haͤuſern, wo er von Woche zu Woche von ſeinen Unteranführern Nachricht über die Geſchäfte der Bande, über ihre künftigen Unternehmungen erhielt. Gab es einen Angriff oder Einbruch, wo Tollkühnheit an der Spitze ſtehen mußte, ſo eilte er dahin, überzeugt,


